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Workshop

Fünfter Nachwuchsworkshop der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission in Wrocław (2023)

Vom 5. bis 8. Oktober 2023 veranstaltete die Deutsch-Ukrainische Historische Kommission in Wrocław ihren fünften internationalen Nachwuchsworkshop zum Thema „Genocide in History and Law“. Die Veranstaltung brachte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen europäischen Ländern zusammen und bot eine Plattform für den Austausch über zentrale Fragen der Gewaltgeschichte und ihrer rechtlichen Einordnung.

Der Workshop wurde von Prof. Martin Schulze Wessel, Prof. Gelinada Grinchenko und Prof. Krzysztof Ruchniewicz organisiert und wissenschaftlich geleitet, die zugleich für die Konzeption des Programms und die inhaltliche Ausrichtung verantwortlich waren.

Im Mittelpunkt des Workshops standen interdisziplinäre Perspektiven auf Genozid, Massenverbrechen und deren historische sowie juristische Bewertung. Die Beiträge der Teilnehmenden behandelten ein breites Spektrum an Themen - von nationalsozialistischen Verbrechen und dem Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener bis hin zu bislang wenig erforschten Aspekten des Holocaust, etwa den Erfahrungen von Frauen und Kindern.

Ein besonderer Fokus lag auf der Rolle von Erinnerungspolitik und rechtlichen Rahmenbedingungen im Umgang mit historischer Gewalt. Diskutiert wurden unter anderem sogenannte „memory laws“ sowie deren Bedeutung für nationale Identitätsbildung und europäische Integrationsprozesse. 

Darüber hinaus beleuchteten mehrere Beiträge die politische Instrumentalisierung von Geschichte in der Gegenwart. Fallstudien zu Russland und Belarus zeigten, wie der Begriff des Genozids im Kontext staatlicher Geschichtspolitik und aktueller geopolitischer Konflikte eingesetzt wird.

Auch die langfristigen Folgen von Gewalt standen im Zentrum der Diskussionen. Themen wie kollektive Erinnerung, Trauma und der Umgang mit jüdischem Erbe in Osteuropa verdeutlichten die anhaltende Relevanz historischer Erfahrungen für gegenwärtige gesellschaftliche Debatten. 

Der Workshop zeichnete sich durch einen intensiven wissenschaftlichen Austausch und eine hohe thematische Vielfalt aus. Er leistete einen wichtigen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit in der historischen Forschung.

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