Workshop
Nachwuchsworkshop der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission in Nižyn (2018)
Vom 1. bis 5. Juli 2018 fand an der Staatlichen Mykola-Gogol-Universität Nižyn ein internationaler Nachwuchsworkshop der Deutsch-Ukrainischen Historischen Kommission statt. Die Veranstaltung widmete sich dem Thema „Globale und transnationale Perspektiven auf die ukrainische Geschichte von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart“ und wurde in Kooperation mit der Universität Nižyn durchgeführt.
Der Workshop brachte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der Ukraine, Deutschland und Österreich zusammen. Unter der Leitung von Prof. Guido Hausmann und Prof. Yaroslav Hrytsak wurden zentrale theoretische Grundlagen der globalen und transnationalen Geschichte diskutiert und auf konkrete Forschungsprojekte angewendet.
Im Mittelpunkt standen Präsentationen aktueller Forschungsarbeiten, die ein breites Spektrum historischer Themen abdeckten: von Diplomatiegeschichte und transnationalen Biografien über urbane Räume und Erinnerungskulturen bis hin zu Fragen von Ideentransfer und historiographischen Diskursen. Die Beiträge zeigten, wie ukrainische Geschichte in globale Zusammenhänge eingebettet werden kann und welche methodischen Zugänge hierfür geeignet sind.
Besonders intensiv diskutiert wurden Fragen der „entangled history“, also der Verflechtung historischer Entwicklungen über nationale Grenzen hinweg. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung ihrer Projekte – etwa durch die Erweiterung der Quellenbasis, die Präzisierung von Forschungsfragen oder die stärkere Kontextualisierung im internationalen Rahmen.
Ein integraler Bestandteil des Workshops war das begleitende Exkursionsprogramm, das gezielt mit den inhaltlichen Fragestellungen verknüpft war. Besuche im Universitätsmuseum, im Museum „Poststation“ sowie im Museum seltener Bücher verdeutlichten die Einbindung lokaler Geschichte in europäische und globale Kontexte. Eine Exkursion nach Baturyn eröffnete zusätzliche Perspektiven auf frühneuzeitliche Staatlichkeit und transnationale Verflechtungen.
Der Workshop leistete einen wichtigen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und zur Vertiefung der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit. Gleichzeitig unterstrich er die Relevanz globaler und transnationaler Ansätze für die Erforschung der ukrainischen Geschichte.